1. Flüstertüte
  2. Lovecraft
    1. Leseliste
    2. Bibliothek
    3. Rassismus
  3. Themen
    1. anRUFung
    2. Book Club
    3. Conventions
    4. Cthulhus Ruf
    5. FHTAGN
    6. Förderprojekte & Kooperationen
    7. Lovecrafter
    8. Lovecrafter Online
    9. Podcasts
    10. Rollenspiel
  4. Wiki
  5. Verein
    1. 10 Jahre dLG
    2. Mitgliedschaft
    3. Aktiv werden!
    4. Formulare
    5. Stammtische
    6. Merchandise
    7. Spenden
    8. Presse
    9. Kontakt
    10. Newsletter
    11. About us
  6. Forum
    1. Dashboard
  7. Kalender
    1. Termine
  8. Shop
    1. Versandkosten
    2. Hilfe
    3. Mein Konto
      1. Bestellungen
      2. Lizenzen
      3. Downloads
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Lovecrafter Online
  • Alles
  • Lovecrafter Online
  • Artikel
  • Seiten
  • Forum
  • Termine
  • Lexikon
  • Produkte
  • Tickets
  • Erweiterte Suche
  1. Deutsche Lovecraft Gesellschaft
  2. Flüstertüte
  3. Lovecrafter Online

Lovecrafter Online – Filmkritik: Creepshow II - Das Floß

  • Seanchui
  • 8. Dezember 2025 um 12:00
  • 195 Mal gelesen
  • 0 Antworten

Einer unserer etatmäßigen Filmexperten - Stefan Preis - widmet sich ein weiteres Mal dem auf Zelluloid gebannten Horror. Vorhang auf!

In Das Stephen-King-Buch wird neben Der Sensenmann (Reaper’s Image, 1969) und Das Schreckgespenst (The Boogeyman, 1973), auch Das Floß (The Raft, 1982) als eine der besten Geschichten des bekannten, stark von Lovecraft inspirierten Horror-Autoren angegeben. Ich schließe mich dieser Auffassung an. Was diese kurzen Erzählungen neben einer beklemmenden Grundstimmung von Beginn an und einer bedrückenden Gesamtatmosphäre verbindet, ist, dass sie wenig oder keine Erklärungsansätze bieten und kaum werkgetreu verfilmbar sind. Im Rahmen des an Horror-Comics orientierten Creepshow II wurde 1987 dieser Versuch unternommen. Regie führte Michael Gornick, der bei zahlreichen Filmen von George A. Romero als Kameramann tätig war - etwa bei Creepshow (1982). Romero selbst schrieb gemeinsam mit King an den Szenarien zu diesem damals von der Kritik verrissenen Episodenfilm. Old Chief Wood’nhead, The Hitch-Hiker und auch die Rahmenhandlung sind für King nicht ungewöhnliche Rache-Geschichten, die von ihm als Drehbücher ohne Vorlage verfasst wurden. The Raft dagegen ist kosmischer Horror.

Handlung

Die Teenager-Paare Randy (Daniel Beer) und Laverne (Jeremy Green) und Deke (Paul Setterfield) und Rachel (Page Hannah) schwimmen an einem schönen Sommerabend auf ein Floß zu, dass mitten in einem einsamen See liegt. Ein seltsam schwarz-rötlich schimmernder Fleck erscheint auf dem Wasser, verschlingt zunächst eine Ente und tötet schließlich auch die Jugendlichen. Das Wesen greift dabei tentakelähnlich oder als schwarze Masse an oder zerrt Deke einfach durch ein Loch im Floß. Randy versucht - abweichend von der Vorlage - schwimmend das Ufer zu erreichen.

Interpretation

Jugendliche gelangen an einen einsam gelegenen Ort und erleben das wahre Grauen. The Raft beginnt hier ähnlich wie Klassiker des Horror-Genres wie Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre (1974) oder Sam Raimis The Evil Dead (1981) - zumindest letzterer ist mit seinen Necronomicon-Verweisen deutlich lovecraft-inspiriert und wurde von Stephen King, der dieses fiktive Toten-Buch oft in seine eigenen Geschichten integriert, an die Spitze seiner persönlichen Top Five der schaurigsten Filme gesetzt. Signifikant ist das Auswählen einer abgelegenen Lokalität als Schauplatz einer Lovecraft-Erzählung, insbesondere da hier die Isoliertheit der Figuren und deren Schutz- und Wehrlosigkeit noch hervorgehoben wird. Dieser Ort ist hier sogar titelgebend. Randy in der King-Vorlage aus dessen Perspektive - wenn auch nicht in der Ich-Form - die Handlung geschildert wird, erinnert an eine der vielen von Lovecraft erdachten Charaktere, die mit Mächten und Kräften konfrontiert werden, deren Wirken sie völlig ausgeliefert sind. Randy verharrt bei King einsam auf dem Floß, ohne Aussicht auf Rettung, während er im Film einen deutlich aktiveren Part einnimmt.

Michael R. Collins kritisiert The Raft sogar deshalb als den misslungensten Beitrag in Creepshow II, und weil sich King für sein Drehbuch gezwungen war, einen Grund zu konstruieren, „weshalb der Fleck die Jugendlichen auffrisst“: anders als in der Vorlage werden diese „als lüsterne Kiffer und Raser“ dargestellt. Aus meiner Sicht erreicht die Episode nur selten die Intensität der düster-pessimistischen Vorlage, wobei einige Elemente erhalten geblieben sind und das namenlose Wesen deutliche Züge einer lovecraftschen Entität hat - Nyarlathotep etwa manifestiert sich einmal als dunkle Masse und vor allem ist entsprechend der lovecraftschen Kosmologie kein Entkommen möglich. Das namenlose Wesen im See ist vielleicht das unheimlichste Monster, das Stephen King erfunden hat.

- Stefan Preis

Verwendete Literatur:

Collings, Michael R. (1987): Stephen King und seine Filme. München: Heyne Verlag.
Körber, Joachim (1989) (Hrsg.): Das Stephen-King-Buch. München: Heyne Verlag.
Koseler, Michael (1997): Anmerkungen zur Erzählkunst Howard Phillips Lovecraft . In: Rottensteiner, Franz (Hrsg.): H. P. Lovecrafts kosmisches Grauen. Frankfurt am Main: Suhrkamp. S. 105 - 135.

  • lovecrafter online
  • lovecrafter
  • stephen king
  • stefan preis
  • das floß
  • creepshow
  • Vorheriger Artikel Lovecrafter Online – Rezension: Ästhetik des Irrsinns
  • Nächster Artikel Unter dem Blutmond – ein Conbericht von „Die Nacht“

Verwandte Artikel

Lovecrafter Online – Filmkritik: Der Nebel

Michael öffnet ein weiteres Mal sein umfangreiches Filmarchiv und untersucht Horrorstreifen auf cthuloide Einflüsse. Dieses Mal hat ihn "Der Nebel" zu einem Artikel inspiriert!
Michael H.
20. Juni 2022 um 12:00
Gefällt mir 4
1

Lovecrafter Online – Filmkritik: Chapelwaite

Unser Filmexperte Michael hat ein weiteres Mal sein finsteres Archiv verlassen, um uns mit auf Zelluloid gebanntem Grauen zu konfrontieren. Dieses Mal sehen wir uns gemeinsam die Serie "Chapelwaite" an.
Michael H.
16. Oktober 2023 um 12:00
Gefällt mir 1
0

Lovecrafter Online – Filmkritik: Stephen Kings Graveyard Shift (1990)

Den Artikelreigen des Jahres 2026 eröffnet unser Filmexperte Stefan Preis mit einem weiteren Einblick in Stephen Kings filmisches Werk.
Stefan P.
5. Januar 2026 um 22:33
Gefällt mir 3
1

Kategorien

  1. Neues aus dem Verein 98
  2. Lovecrafter Online 342
  3. FHTAGN 160
  4. anRUFung 17
  5. CthulhuWiki 8
  6. dLG-Radio 39
  7. Filter zurücksetzen
Über den Artikel diskutieren 0 Antworten
  1. © 2015 Deutsche Lovecraft Gesellschaft
  2. Datenschutzerklärung
  3. Kontakt
  4. Impressum
Community-Software: WoltLab Suite™