Lovecrafter Online – 069 – Der Lovecraft-Zirkel: Henry S. Whitehead

Foto: Peter Kastberger, Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA

Henry St. Claire Whitehead war ein Priester, Verfasser unheimlicher Geschichten und Briefpartner H. P. Lovecrafts. Whiteheads Werk wird vor allem davon bestimmt, dass er die Folklore der Westindischen Inseln in seinen eleganten und stilsicheren Erzählungen verarbeitete.


Biographischer Abriss


Henry S. Whitehead wurde am 05. März 1882 in Elizabet (damals noch Elizabethtown), New Jersey geboren. Seine Familie, deren einziges Kind er war, galt als eine der Gründerfamilien der Stadt. Whitehead studierte in Harvard. In Lovecrafts Essay In Memoriam: Henry St. Claire Whitehead gibt Lovecraft an, dass Whitehead dort auch graduierte, jedoch fehlt dafür jeder Beweis. In der Tat verdiente er sich aber einen M.A.-Abschluss vom Ewing College, Illinois und wurde anglikanischer Priester. Zwischen 1921 und 1929 war Whitehead als Erzdiakon auf den Virgin Islands tätig, wo er die Folklore der Westindischen Inseln (etwa Zombies, Jumbees und anderes) interessiert studierte und später in seine phantastischen Erzählungen einbaute.


Anschließend zog Whitehead nach Dunedin, Florida, wo er als Priester und Leiter einer Jungengruppe tätig war. Henry S. Whitehead verstarb am 23. November 1932.


Whitehead und Lovecraft kannten sich durch ihre Autorentätigkeit für Weird Tales. Ein Briefkontakt erwuchs und Lovecraft besuchte Whitehead zwischen dem 21. Mai und dem 10. Juni 1931 in Dunedin. Lovecraft fertigte eine Revision von Whiteheads The Trap an und sowohl die Geschichte Cassius als auch Bothon wurden nach Ideen oder Anmerkungen Lovecrafts geschrieben.


Lesestoff


Wer sich nun für Whiteheads Werk interessiert, der wird hier fündig:


Whitehead, Henry S.: Der weiße Zombie. Und andere westindische Geistergeschichten. Ausgewählt von Kalju Kirde. Übersetzt von Friedrich Polakovics. Phantastische Bibliothek Band 172. Suhrkamp. 1986


Whitehead, Henry S.: Der persische Ghoul. Erzählungen. Ausgewählt und um ein Essay bereichert von Marco Frenschkowski. Übersetzt von Malte Schulz-Sembten. Edition Metzengerstein. BLITZ-Verlag. 2000